bergmál

Ulrich Kriegers «Bergmal», inspiriert vom Widerhall unserer Geschichtsschreibung, ist ein zeitgenössisches Musik-Theater. Das Werk zeichnet sich als instrumental-szenisches Stück für 15 MusikerInnen aus, die nebst ihren elektrisch verstärkten Instrumenten Objekte bespielen, die für die Kammermusik ungewöhnlich sind (wie u.a. Schleifpapiere, Metallobjekte, Rückkopplungen) und zudem durch das Vokalisieren abstrahierter Texte szenisch interagieren. «Bergmal» ist ein abendfüllendes Werk von ca. 90 Minuten und umfasst als Bestandteil der Inszenierung sowohl Videoprojektionen als auch Lichtinszenierungen aus der Hand des Komponisten.

Die Verstärkung dient – wie es für viele Stücke von Krieger kennzeichnend ist – nicht der Lautstärke, sondern der Klangdefinition; sie ist also essenzieller Teil der Komposition. Instrumentale Mikroklänge, die sonst nicht hörbar wären, werden hier hörbar gemacht. Es wird tief in die Klangschichten der Instrumente hineingelauscht. Die instrumentalen Klänge werden neu definiert. Die Mikrofonierung wird Teil jedes Instruments und erweitert dessen Signatur, wobei das Mikrofon selbst von den MusikerInnen durch eine Fusspedale aktiv kontrolliert wird.

Die akustischen, elektrischen und elektronischen Instrumente des Ensembles fusionieren – ähnlich der verschiedenen stilistischen Einflüsse aus Kammermusik, Reductionism, Noise, Glitch Electronica, Extreme Metal – zu einer neuen Einheit. Akustische Klänge erzeugen eine elektronisch klingende Klangwelt.

Ulrich Krieger selbst übernimmt das inszenatorische Konzept des Werks; eine grosse Ehre für das Delirium Ensemble, als auch eine Gewährleistung für die genaueste Adaption seiner Interpretation.