INSTRUMENTE

Clavemusicum omnitonum



SYNTHESIZER

(E)AKKORDEON


(E)CELLO


EWI




PARTCH CANON

In Delirium Distillery #1 kommt zum ersten Mal der Prototyp einer Weiterentwicklung eines Instrumentes von Harry Partch zum Einsatz, ein Canon, ein hackbrettartiges Instrument mit vielen Saiten. Die 43 Töne der Partch Oktave sind komplett vorhanden. Für den Instrumentenbauer Marc Ramser, der die akustischen Voraussetzungen im Vergleich zum Original wesentlich verbessern möchte, ist dies ein wertvoller Praxistest – und für uns eine Chance, kompositorisch und instrumentaltechnisch erste Erfahrungen in einer Welt zu sammeln, die uns später noch viel beschäftigen wird.




ARCIORGANO

ARCIORGANO

© Susanna Drescher 2016

Das Arciorgano, wurde in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen des Forschungsprojekt Studio 31 der Hochschule für Musik Basel in Kooperation mit der Schola Cantorum Basiliensis unter der Leitung von Martin Kirnbauer, Johannes Keller und Caspar Johannes Walter, entwickelt und gebaut. Das Design der enharmonischen Orgel mit 36 Tasten pro Oktave beruht auf Quellen und Instrumentenbau-Traditionen des 16. und 17. Jahrhunderts. Der wichtigste Autor im Bereich der enharmonischen Musik und des entsprechenden Instrumentariums ist Nicola Vicentino (1511-1576), der zahlreiche Generationen von Komponist*innen, Theoretiker*innen und Instrumentenbauer*innen beeinflusst hat. Das Arciorgano ist eine hypothetische Rekonstruktion, die sich an seinen Instrumenten orientiert. Ein zentraler Aspekt des Forschungsprojekts war die Anwendung im Bereich der zeitgenös- sischen Musik. Die enharmonischen Klaviaturen sind einerseits bequem zu spielen, da sie auf dem Layout einer ko- nventionellen Klaviatur aufbauen, andererseits stellen sie aber auch unzählige neue Intervalle innerhalb der gewohn- ten Hand-Spanne zur Verfügung. Wie kann man kompositorisch damit umgehen? Wie weit wird das kompositorische Denken von konkreten Greif- und Denkweisen beeinflusst? Um die Verbindung zu einem Aufführungskontext der Neuen Musik leichter zu gestalten, wurden beide Instrumente mit Sensoren und Selbstspiel-Einheit ausgestattet, was die musikalischen Möglichkeiten nochmals vergrössert.

CLAVEMUSICUM OMNITONUM

Das Clavemusicum Omnitonum ist ein Cembalo nach Nicola Vicentino, ein Nachbau im Rahmen des von Johannes Keller initiierten Studio31. 31 Tasten pro Oktave ermöglichten damals im 16. Jahrhundert eine zyklische mitteltönige Stimmung, in der auch die sehr kleinen Intervalle des enharmonischen Tetrachords des alten Griechenland darstellbar waren, dies ist genannt, kleiner als ein Viertelton.

Heute können wir ein solches, schönes Instrument auf verschiedene Weisen verwenden. Für das Projekt Delirium Distillery #1 haben wir eine Stimmung entwickelt, die Brücken zwischen verschiedenen Welten schlägt. Innerhalb eines rein gestimmten Kontextes aus Terzen und Quinten liegt der Schwerpunkt auf einem dritten rein gestimmten Intervall, der Naturseptime. Die Flageolettes der Streicher können genauso getroffen werden, wie die Harry Partch Stimmung des Canon-Prototyps. Ebenso treten quasi rein gestimmte Vierteltöne auf. Aufgrund ihres klanglichen Charakters nenne ich die Stimmung „serbisch-septimal“.

(Caspar Johannes Walter)